Rauhnächte

Sonntag, 6. Januar 2008

11.Rauhnacht(Freitag 04.01.08)

Diese Nacht war vom Wachen geprägt. Die Verantwortung für so ein kleines Wesen stellt die eigenen Bedürfnisse ziemlich in den Hintergrund.
Obwohl ich ziemlich bockig bin und meine geliebte Nachtruhe nicht aufgeben möchte.
Da darf ich jetzt aber was lernen .

10.Rauhnacht ( Donnerstag 03.01.08)

Ein neues Familiemitglied zieht ein und ich habe keine Zeit für etwas anderes. Alles dreht sich um dieses kleine Wesen.
Ronja heißt sie und ist acht Wochen alt. Am 06.11. letzten Jahres kam sie mit ihren Geschwistern im Tierheim zur Welt.
Und nun hat sie bei uns ein Zuhause gefunden.

Mittwoch, 2. Januar 2008

9.Rauhnacht ( Mittwoch, 02.01.08)

Heute Nacht habe ich lange wachgelegen und nachgedacht. Einige Vorsätze gefasst und direkt wieder verworfen und wieder neue gefasst. Alle fein säuberlich in mein Tagebuch geschrieben.

Der Tag wird von der Vorfreude auf unser neues Familienmitglied beherrscht.

Morgen ist es soweit.

Dienstag, 1. Januar 2008

8.Rauhnacht (Dienstag, 01.01.2008)

Wieder liegt eine traumlose Nacht hinter mir und auch der Tag war sehr ruhig und beschaulich.
Alle waren vom Feiern noch ziemlich angeschlagen.
Die Tarotkarte die ich für das Jahr 2008 gezogen habe ist " der Tod ". Neuanfang - warum nicht ?
Wir haben dann noch Blei gegossen, zum ersten Mal.
Meine sieht aus wie eine Frau, ähnlich gekleidet wie eine Madonna. Und wenn ich es rumdrehe wie ein liegender Hirsch im Profil.
Passt gut zusammen finde ich.

Montag, 31. Dezember 2007

7.Rauhnacht ( Montag 31.12.07)

Sylvester

Ein sehr aufwühlender Tag. Ich werde wach und koche über vor Wut. Keine Ahnung woher sie kam - oder doch. Es ist diese Wut, die ich seit Jahren unterdrücke. Die nicht hochkommen durfte, damit das schöne, heile Bild meines Lebens nicht bröckelt.
Ich tobe , ich schreie - ich weine. Wut. Ich bin Wut. Ich liege da und bedaure mich und mein Leben. Sehe all das was ich nie mehr tun kann - weil ich denke die Zeit hierfür ist vorbei.
Sehe Kreuzungen an denen ich vorbeigegangen bin, ohne innezuhalten und zu überlegen, ob es nicht Zeit ist, den eingeschlagenen Weg zu verlassen.
Mit diesem Zaudern habe ich Jahre meines Lebens verloren. Unweigerlich.
Ich möchte ganz von vorne anfangen - neu anfangen. Mein Leben entrümpeln.
Verstehe, dass ich dies bereits angefangen habe zu tun - und doch nicht mit mir und meiner Leistung zufrieden bin.
Schaue in die Zukunft und sehe mich
allein, verarmt und einsam. Hilflos. Und denke - nein so möchte ich nicht im Alter leben.
Jetzt will ich die Weichen stellen.
Mir Gedanken machen wohin ich will. An der Kreuzung stehen bleiben und nachdenken.
Mich nicht treiben lassen von denen die sagen, das ich keine andere Wahl habe, als diesen Weg weiter zu gehen
.Kann ich wirklich nicht alles werden, was ich werden will ??
Lass ich mich binden an die Vorstellungen derer, die sagen dafür bin ich zu alt, dafür ist der Zug bereits abgefahren?

6.Rauhnacht ( Sonntag 30.12.2007)

Der Sonntag war ein Tag, an dem ich den ganzen Tag auf dem Sofa rumgelegen habe und nichts mit mir anzufangen wusste. Hmm - ich habe wirklich nichts anderes getan, als darüber nachzudenken, was ich essen soll (hihi) oder was ich als nächstes tun könnte. Doch egal was mir einfiel, es fehlten entweder die Zutaten zum Kochen oder die zum Beispiel die Wolle zum Stricken. Und so verbrachte ich den Tag zwischen PC und Fernsehen und Küche und Wohnzimmer. Den Nachmittag habe fast komplett verschlafen.

Doch in der Nacht hatte ich einen Traum:

ich ging über eine wiese, die im nebel lag. ich selbst war nackt . am ende der wiese war ein wald, voller laub und kahler bäume . birken. ich fühlte angst. als käme von hinten etwas hinter mir her. ich ging durch den wald und kam an einen see. der mond spiegelte sich in dem see. vollmond. ich tauchte in das wasser. zuerst fühlte ich mich sehr wohl, doch dann überkam mich die angst. so als käme unten aus der tiefe des see´s etwas furchtbares auf mich zu. ich bekam panik - und wachte auf.

Sonntag, 30. Dezember 2007

5.Rauhnacht(Samstag 29.12)

Ich hatte zum ersten Mal seit langem Zeit für mich.
Alle drei Kinder waren unterwegs und hatten sich sogar für Nacht ausserhalb einquatiert.
Ich habe Menschen besucht, die sich in Zeiten der Not tatsächlich als Freunde zeigten.
Ich genoss es mit diesen lieben Menschen zusammenzusein. Sie leben in dem kleinen Dorf, das fast zwanzig Jahre mein Zuhause war. Dort wurde meine Kinder geboren. Zwanzig Jahre - mein halbes Leben.
Ein anderes Leben. Mit einer Großfamilie - nicht nur wir fünf, nein auch die Eltern und Geschwister, und einige Zeit auch die Uroma meiner Kinder. Wir alle lebten dort in zwei Häusern die nebeneinanderstanden und doch gemeinsam. Es war nicht immer einfach - doch habe ich viel lernen dürfen. Oft war es einengend - rückblickend immer da, wo ich vergaß meine Grenze zu setzen.
Doch irgendwo in diesen Jahren blieben Liebe und Achtung auf der Strecke. Unsere Ehe zerbrach. Und mir ihr zerbrach die große Familie.
Heute ist meine Familie kleiner - wir sind vier.
Die Großeltern waren in dieser Zeit des Umbruchs immer für die Kinder und auch für mich da. Auch wenn es sich schwieriger gestaltete - denn es war ihr Sohn von dem ich mich trennte.
Diese Jahr war ich zum ersten Mal in der Weihnachtszeit bei Ihnen zu Besuch. In den Jahren vorher war es für uns zu schmerzhaft.
All dies ging mir durch den Kopf - gestern, beim Spaziergang mit der Freundin durch das Dorf.
Ich sah auch - wie Strukturen die dieses Dorf zusammenhalten - ähnlich wie in meiner Ehe, auseinanderbrechen. Chöre ohne Chorleiter, Jugendtreffs ohne Jugend. Kirche und Vereine die auf der Suche sind nach neuen Inspirationen um nicht zu zerbrechen.
Menschen leben nebeneinander in ihren Häusern und immer weniger miteinander.

Was hat dies wohl mit dem Mai 2008 zu tun ?

Rauhnächte

Es ist schon seltsam, warum ich gerade in diesen Nächten mich nicht an meine Träume erinnern kann.
Dabei weiß ich, dass ich ganz intensiv träume. Trotz einem Notizblock direkt neben dem Bett - beim Aufwachen bleibt ein Gefühl, jedoch keine Erinnerung.

Vielleicht sind es aber gar nicht die Träume der Nacht, sondern die Geschehnisse des Tages die wichtig sind, an diesen besonderen Tagen.

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